Sport, Kunst und Musik – unsere Angebote mit unseren Kooperationspartnern

Projekte

In unserer Einrichtung haben Sport, Kunst und Musik als Therapie einen hohen Stellenwert für unsere Betreuten. Die Freizeitaktivitäten geben den Jugendlichen zusätzlich Halt und Struktur, um den Alltag zu bewältigen. Dank der Unterstützung unserer Kooperationspartner sind viele Projekte überhaupt erst realisierbar.

Große Bedeutung hat für unsere Betroffenen auch der VHS-Kurs in Essen, der einen Lehrgang für Jugendliche mit psychischen Erkrankungen anbietet. Bei diesem Lehrgang für nicht mehr schulpflichtige, psychisch erkrankte junge Menschen können Betroffene ihren Haupt- oder Realschulabschluss erwerben – ein wichtiger Schritt in ein eigenständiges Leben.

Was bieten wir an

Vom künstlerischen Schaffen im eigenen Atelier mit den Künstlern von UNaRT bis hin zum Boxtraining im Don Bosco Club in Borbeck, dem Fußballtraining mit der dritten Mannschaft von Rot-Weiss Essen sowie der Reittherapie auf dem wunderschönen Carolinenhof bieten wir unseren Betreuten eine große Auswahl an Projekten, die in Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern durchgeführt werden. Hinzu kommen schulische Angebote. Nachfolgend stellen wir Ihnen unsere Projekte vor.

Das Künstlerprojekt UNaRT

UNaRTist eine geile Truppe von Leuten, die ihr Leben leben und malen was sie leben.“
(O.-Ton, Mark, 16 Jahre, UNaRT-Künstler)

Die „geile Truppe von Leuten“ sind Patientinnen und Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie Essen und die Künstler, die mit uns UNaRT-Künstlern arbeiten.

UNaRT arbeitet mit großformatigem Papier, Farben, Ton, Gips, Holz, Sperrmüll, Stoffen, Schminkkästen etc. Es bestehen Gruppen für erwachsene Teilnehmer, z. B. ehemalige Teilnehmer der stationären UNaRT-Gruppen in Heidhausen und Velbert-Niederberg sowie Erwachsene mit Psychiatrie-Erfahrung und künstlerischem Interesse sowie Ambulanzgruppen für Kinder. Kosten der Teilnahme: 10,- € pro Abend (Teilnahme mind. 1 Semester).

UNaRT bietet Gruppen für 4 – 8 Personen.

Projektinterne Supervision besteht durch Prof. Dr. Heinz (Philosoph und Psychoanalytiker), der seit 1984 Projekterfahrung in verschiedenen Kliniken besitzt.

Insbesondere besteht zudem eine Zusammenarbeit mit der Rheinischen Landes- und Hochschulklinik Essen einerseits und dem Klinikum Niederberg in Velbert andererseits.

Zudem gibt es eine enge Kooperation mit verschiedenen Institutionen, z. B. dem Kulturamt der Stadt Essen, dem Verein Eucrea e. V. sowie dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband e. V.

Die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt wird gewährleistet durch Kataloge, Vorträge, Austellungen der UNaRT-Bilder, Objekte und Videos, Aktionen der UNaRT-Gruppe im öffentlichen Raum.

Es gibt auch Workshops für Firmen und Arbeitsgruppen.

UNaRT macht auch Ausstellungen, zum Beispiel:

  • Haus Industrieform Essen
  • Kunsthaus Essen
  • Landeshaus Köln
  • Aalto-Theater Essen
  • Kulturzentrum Altenberg in Oberhausen
  • Geschäftsstelle der AOK in Essen
  • Landeszentralbanken Hamburg, Berlin und Hannover
  • Rathausfoyer Essen
  • Aquarius Wassermuseum Mülheim/Ruhr
  • Bundesbank in Frankfurt am Main
  • Folkwang Musikhochschule

Neue UNaRT-Gruppe im Wulf-Alexander Strauer Haus. Hier erfahren Sie mehr.


Weitere Informationen zum Projekt UNaRT


Was hat das Projekt UNaRT mit Klinik und Therapie zu tun?

Hat Kunst überhaupt etwas in der Klinik zu suchen? Was verbindet die moderne Kunst mit der psychotherapeutischen Arbeit bei Kindern und Jugendlichen? Es ist, so meine ich.

Das Benennen: das Sichtbarmachen von individuellen und gesellschaftlichen Konflikten und Problemen, so geht es in der modernen Kunst u. a. auch um das Sichtbarmachen des Konflikts zwischen individuellem Streben nach immer mehr Wohlstand und „Vergnügen und dem damit verbundenen Raubbau an den natürlichen Ressourcen der Welt, in der wir leben.

In dieser Therapie geht es auch um das Benennen, um die Benennung der Gefühle von Einsamkeit, Trauer, Verzweiflung, Wut, und vor allem der Beschämung und Schuld, Gefühle, die unbewusst wirksam sind und das Kind oder den Jugendlichen an der Entfaltung seines lebendigen Lebens behindern, ihn vielmehr gefangenhalten in einem Gefängnis von widersprüchlichen, verwirrenden und lähmenden Gefühlen.

Kinder und Jugendliche, die zu uns kommen, weil in ihrer bisherigen Entwicklung nicht alles so gut gelaufen ist, wie es für ein gesundes seelisches Gleichgewicht und psychosomatisches Wohlbefinden notwendig gewesen wäre, sind im Grunde zutiefst verzweifelt. Diese Verzweiflung verbergen sie häufig hinter ihren Symptomen, die dadurch zu einer Art „Maske werden.

Maskendarstellungen sind nicht selten in den künstlerischen Produktionen von Kindern und Jugendlichen, die an dem Kunstprojekt UNaRT teilnehmen. Bei vielen von ihnen nimmt das Herstellen von Masken und das Sich-Schminken einen breiten Raum ein (vgl. hierzu Schwer 1991).

Das Sich-Maskieren und Schminken dient nicht nur als Schutz und Abwehr gegenüber Ängsten, Schuld und Scham, sondern symbolisiert auch das Schicksal des Nicht-Gesehenwerdens, des Nicht-Gehörtwerdens, des Nicht-Dazugehörens.

Das Schicksal des Nicht-Wahrgenommen-Werdens hängt in aller Regel mit dem Schicksal ihrer Eltern zusammen, das dem ihren gleicht, nämlich der Erfahrung, dass die Eltern selbst als Kinder von ihren eigenen Eltern nicht in ihrem eigentlichen Wesen wahrgenommen worden sind.

Statt dessen dienten sie selbst als Projektionsorte unerfüllt gebliebener Hoffnungen, Wünsche, und Strebungen ihrer Eltern, die eben, weil sie unerfüllbar waren und unerfüllt geblieben sind, in der Hoffnung auf ihre Kinder projiziert worden sind, dass Erlösung durch diese Kinder für sie, die Eltern, erfolgen möge, Erlösung, die auf diese Weise nicht eintreten kann.

Eltern der Kinder und Jugendlichen, die zu uns kommen, waren selbst einmal gedemütigte, nicht wahrgenommene, geängstigte und verzweifelte Kinder. Sie erhofften sich, aus dem Zirkel von Unverstandensein und Nicht-Wahrgenommen-Werden durch ihre Kinder herauszufinden.

Kinder wiederum sind von einer Feinfühligkeit und Empfindsamkeit wie später nie wieder! Sie nehmen bereitwillig die Funktion des Trösters ein, trösten den in ihren Augen schwächeren und bedürftigeren Elternteil und verbünden sich mit ihm.

In Zeiten stärkerer Krisen kann es zu regelrechten Koalitionen zwischen einem Elternteil und dem Kind kommen. Solche Kinder sind in dieser Rolle des Trösters, des Alliierten, des Verbündeten überfordert. Diese Kinder drücken in der Regel ihr Überfordertsein in einem Symptom aus, Symptomen wie Bettnässen, Einkoten, Nägelkauen oder aber schweren Aggressionen gegen sich und gegen andere bis hin zu suizidalen Handlungen, oder in Form eines Waschzwanges, einer extremen Essunlust bis zur schweren Magersucht oder im Gegenteil des wahllosen Insichhineinfressens bis zur Fettsucht, oder auch in psychotischen Symptomen mit schizophrenen Denk- und Wahrnehmungsstörungen.

Nochmals die Frage: Was hat Kunst denn mit Seelenkunde zu tun? Auf einem internationalen kleinen Spezialistensymposion über schizoaffektive Psychosen vor einigen Jahren klagte ein britischer Wissenschaftler sehr darüber, wie unglücklich er sei, dass die schizoaffektiven Psychosen, also die Gemütszustände, die sowohl manische, depressive als auch schizophrene Elemente enthalten, so schwer zu klassifizieren und einzuordnen seien.

Ich hielt dagegen und sagte, dass mich dies im Gegenteil sehr glücklich mache, sei doch gerade dies ein Zeichen für die Komplexität und Tiefgründigkeit der menschlichen Seele. Man kann ein Wort von Jean-Christophe Ammann variieren: „Die Unübersichtlichkeit ist kein Argument gegen die Kunst. Vielmehr eines, das für sie spricht“.

Und genau das lässt sich auch auf die menschliche Seele übertragen und auf die Seelenkunde, die mehr sein sollte, als klassifikatorische Technik, die sicher nützlich ist, aber eben auch in Gefahr ist, dazu zu verkommen, dass man eine trübe Suppe von einem Gefäß in ein anderes schüttet.

Jean-Christophe Ammann fordert Geduld und Aufmerksamkeit, „auch unter schwierigen Bedingungen. Er versteht dabei Kunst „als eine visuelle Forschung, was sie stets war: emphatisch und analytisch, emotional und reflektiert.

Damit hat er treffend das Wesen künstlerischen Tuns beschrieben, und man kann dies auf psychotherapeutisches Forschen und Handeln übertragen. Auch im psychotherapeutischen Prozess dehnt sich „die Gegenwart in die Zukunft aus, und die Zukunft macht sich diffus und beunruhigend in der Gegenwart breit, auch dies sind Worte von Jean-Christophe Ammann in einem Aufsatz über „Die Chancen zeitgenössischer Kunst, erschienen in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Juli 1993.

In der Kunst spiegelt sich etwas vom eigentlichen Wesen des Menschen wider, hier entdeckt er sich, hier tritt er in eine gemütshafte Beziehung zu sich selbst. Der Mensch drückt sich im künstlerischen Gestalten aus, aber er erkennt sich auch im Kunstwerk wieder. Dieses Doppelverhältnis des Menschen zur Kunst gehört somit zum Wesen der Kunst.

Auch der sog. psychisch Kranke, das Kind, der Jugendliche, dessen gefühlshafte und lebendige Entwicklung durch widrige Umstände beeinträchtigt ist, weshalb er unsere Hilfe in Anspruch nimmt, begegnet im künstlerischen Gestalten seinem eigenen Wesen.

Das Sich-Ausdrücken im Bildhaften ist auch für ihn die Möglichkeil, einen Zugang zu gewinnen zu seinen sonst verborgenen Konflikten, Ängsten und Problemen. In der originalen Leistung des bildnerischen Gestaltens spiegeln sich dann auch verborgene Ich-Kräfte wider, die durch den kreativen Prozess des Malens und Gestaltens zum Vorschein kommen und wachsen können.

Im bildnerischen oder modellierenden Gestalten kann sich das wahre, lebendige Selbst, der tiefe, gemüthafte Kern des Kranken entwickeln. Und eben darum geht es bei uns in unserer täglichen Arbeit mit unseren Kindern und Jugendlichen in der Klinik. Wir begeben uns in ein gemeinsames Abenteuer, dessen Ende offen ist, und bei dem sich in der Tat Gegenwart in die Zukunft ausdehnt und letztere wieder beunruhigend in die Gegenwart hineindrängt.

Der große englische Kinderarzt und Psychotherapeut Donald W. Winnicott hat die Bedeutung künstlerischen Tuns für die seelische Entwicklung des Kindes und Jugendlichen treffend in folgendem Zitat beschrieben:

Durch den künstlerischen Ausdruck können wir hoffen, in Berührung mit unseren primitiven Selbstanteilen zu bleiben, von denen sich die heftigsten Gefühlsregungen und schrecklichen akuten Empfindungen herleiten, und wir sind in der Tat arm, wenn wir nur gesund sind— Prof. Dr. med. Christian Egger, Essen 1995

UNaRT – aus therapeutischer Sicht

UNaRT, das weckt Assoziationen. Beim Kind muss es ja etwas mit un-artig zu tun haben. Was bedeutet es, unartig zu sein? Es hat etwas mit der Entdeckung des eigenen Willens zu tun.

Das ist gleichzusetzen mit der Entdeckung des eigenen, wahren, lebendigen Wesens, welches dieses Selbst repräsentiert, Authentizität, Eigenständigkeit, Individualität und Autonomie. Es macht das eigentliche Wesen des Menschen aus.

In der Kunst spiegelt sich etwas vom eigentlichen Wesen des Menschen wider, hier entdeckt er sich, hier tritt er in eine gemütshafte Beziehung zu sich selbst. Der Mensch drückt sich im künstlerischen Gestalten aus, aber er erkennt sich auch im Kunstwerk wieder. Dieses Doppel-Verhältnis des Menschen zur Kunst gehört somit zum Wesen der Kunst.

In der Kunst entdeckt der gestaltende Mensch ebenso wie der betrachtende Mensch sein eigenes Wesen. Sein Wesen entdecken, d. h. letztlich, der Mensch setzt sich als ein sich aus-setzendes Wesen der Wahrheit aus. Heidegger würde sagen: Der Wahrheit des Seins.

Von Sigmund Freud stammt der Satz, dass Kunst nichts anderes sei als gescheiterte soziale Anpassung. In der Tat, der angepasste Mensch verfügt im Grunde nur über eine Leih-Identität, für die äußere Normen das Gerippe darstellen, er ist also nur ein „Pseudo-Selbst.

Er mag zwar artig sein, vermag aber nicht aus sich selbst heraus zu existieren. Kunst wird von ihm nicht selten als fremd und unverständlich empfunden. Denn Kunst ist, so hat es Hegel gesehen, ein Phänomen des  menschlichen  Daseins, das vom objektiv erkennenden Geist überwunden werden muss, damit die Idee in der „unendlichen Freiheit des begreifenden Denkens rein aufleuchten kann.

Hier besteht also eine wesentliche Übereinstimmung im Denken von Friedrich Wilhelm Hegel und Sigmund Freud sowie von D. W. Winnicott, wie aus dem umseitigen Zitat ersichtlich ist.

Auch der so genannte psychisch Kranke, das Kind, der Jugendliche, dessen gefühlshafte und lebendige Entwicklung durch widrige Umstände beeinträchtigt ist, weshalb er unsere Hilfe in Anspruch nimmt, begegnet im künstlerischen Gestalten seinem eigenen Wesen.

Das Sich-Ausdrücken im Bildhaften ist auch für ihn die Möglichkeit, einen Zugang zu gewinnen zu seinen sonst verborgenen Konflikten, Ängsten und Problemen. In der originalen Leistung des bildnerischen Gestaltens spiegeln sich dann auch verborgene Ich-Kräfte wider, die durch den kreativen Prozess des Malens und Gestaltens zum Vorschein kommen und wachsen können.

Im bildnerischen oder modellierenden Gestalten kann sich das wahre, lebendige Selbst, der tiefe, gemüthafte Kern des Kranken entwickeln. Die verschiedenen seelischen Krankheitssymptome sind letztlich Ausdruck einer gestörten Entwicklung in der Kindheit des Patienten, der als Kind in seinem eigentlichen Sein von seiner engsten Umgebung, häufig von den Eltern, nicht wahrgenommen werden konnte, teilweise sogar entwertet und verneint wurde, ein teufelskreisartiger Prozess, der damit zusammenhängt, dass die Eltern wiederum von ihren eigenen Eltern in ihrem eigentlichen Wesen nicht haben wahrgenommen werden können.

Eben weil es um seelische Entwicklung geht, sprechen wir nicht von „psychischer Krankheit, sondern vielmehr von Entwicklungsstörungen. Wir meinen mit Winnicott, dass seelische Gesundheit eine Frage der Reife, nicht aber eine Frage des Freiseins von Symptomen ist.

Bei allem psychischen Erkrankungen geht es letztlich um eine gestörte seelische Entwicklung des betroffenen Individuums, dem im therapeutischen Prozess dazu verhelfen werden muss, fehlende Entwicklungsschritte nachzuholen und sich zu einer lebendigen, autonomen Persönlichkeit hin zu entwickeln bzw. ihm, was dasselbe ist, die Entfaltung seines wahren lebendigen Selbst zu ermöglichen.

Es geht also nicht um das Kurieren von Krankheitssymptomen, sondern um den Anstoß schöpferischer Prozesse – insofern muss der traditionelle Krankheitsbegriff im Bereich der Psychiatrie neu reflektiert werden. Indem ich den Patienten zum „Objekt einer Behandlung mache, ohne wirklich mit ihm in eine persönliche, sich den Problemen und Konflikten des Patienten  gemeinsam aussetzende Beziehung zu kommen, reduziere ich ihn.

Diese Reduzierung kann soweit gehen, dass der Patient dann als „defekt oder sonstwie abnorm gekennzeichnet wird. Damit tritt aber eben gerade die gleiche Entwertung ein, die der Patient schon von jeher erfahren hat, und es bleibt ihm auch nichts anderes übrig, als sich gemäß dem Prinzip der „self-fullfilling prophecy entsprechend den Erwartungen und Zuschreibungen seiner Umgebung zu verhalten, was jeden Entwickungsprozeß verunmöglicht.

Ganz im Gegenteil geht es bei dem gemeinsamen, kreativen, unprogrammierten Gestalten, Malen, Modellieren mit den Patienten um die gemeinsame Entwicklung aller Beteiligten, so wie es in einer guten Therapie immer auch nur um die gemeinsame Entwicklung von Therapeut und Patient geht.

Das eine ist vom anderen abhängig, die Entwicklung des Patienten ist nur soweit möglich, als sich auch der Therapeut in der Beziehung entwickeln kann.
In dieser Beziehung kommt es darauf an, dass dem Patienten auch gestattet wird, auf je seine eigene Weise „verrückt zu sein, eine „Verrücktheit, die man sonst nur Kleinkindern zugesteht.

Diese Phase ist eine wichtige Entwicklungsphase im Übergang vom magisch-animistischen Welterleben des Kleinkindes zur rational-kritischen Reflexionsfähigkeit des älteren Schulkindes, des Jugendlichen und schließlich des Erwachsenen.

Im gemeinsamen künstlerischen Tun mit unseren Patienten, so wie wir es verstehen, kann eine „genügend gute Umwelt“ (Winnicott) geschaffen werden, die es dem Patienten gestattet, seine in der Kindheit unausgelebte „Verrücktheit nachzuholen und an ihr zu reifen.

Nur indem sich im gemeinsamen kreativen Art Subjekt mit Subjekt begegnen, ist Reifung im Sinne einer Entwicklung des wahren, lebendigen Selbst möglich. So entsteht das Paradoxon, dass ein Geschehen, das primär und ursprünglich eben keine Therapie, also auch keine Kunsttherapie sein soll, in ganz besonderem Maße therapeutisch wirksam ist.

Prof. Dr. Christian Eggers – Essen 1993

VHS-Kurs der Eggers Stiftung

Der Prof. Dr. Eggers-Stiftung ist es gemeinsam mit dem Jugendamt, dem Sozialamt, dem Gesundheitsamt, dem Jobcenter und der VHS Essen gelungen, dauerhaft einen VHS-Kurs für nicht mehr schulpflichtige, psychisch erkrankte junge Menschen zu installieren.

VHS-Webseite

Der Kurs ermöglicht diesem Personenkreis das Nachholen von Haupt- und/oder Realschulabschluss in kleinerem Kreis mit speziell geschultem Lehrpersonal und mit Unterstützung von Nadine Langer, Psychologin und Psychotherapeutin, welche die Lehrer, aber auch die Schüler regelmäßig unterstützt.
Vorausgegangen war ein zweijähriger Kurs in den Jahren von 2006 – 2008, bei welchem die damaligen Kursteilnehmer mit großem Erfolg die Maßnahme durchlaufen haben.

Mit Restmitteln aus dieser Förderung und mit zusätzlichen Mitteln der Freibetten-Stiftung Essen (hier bedanken wir uns ebenfalls ganz herzlich) konnte der anschließende Kurs von 2008/2010 begonnen werden, ab Frühjahr 2009 wurde der Kurs in die Regelfinanzierung überführt.

Der VHS-Kurs hat mittlerweile eine große Beachtung und Bedeutung nicht nur in der Stadt Essen gefunden, sondern auch im Umfeld, sodass Teilnehmer aus den umliegenden Städten ebenfalls im Kurs begrüßt werden konnten. Diese Teilnehmer werden von den jeweiligen externen Ämtern unterstützt, auch hierfür gilt unser ausdrücklicher Dank.

Wir freuen uns mit allen Beteiligten, den Kurs dauerhaft gestalten zu können.


Weitere Infos:

VHS Essen und
VHS Essen – Professor Eggers Lehrgang


Pädagoge Axel Thiemann (Mitte) leitet seit 2009 die Theater- und Berufsorientierungskurse im Bereich schulische Weiterbildung an der VHS. Foto: Susanne Kohlmann

 Auch ein Fotokurs ist Teil des VHS-Kurses der Prof. Dr. Eggers-Stiftung

Artikel in der WAZ über unseren Kurs:

Alltagsszenen, Stimmungen, Haltungen – zwölf Jugendliche zeigen in der Fotoausstellung „Talk About It“ Bilder aus ihrem Leben.

Die jungen Erwachsenen im Alter von 16 bis 25 Jahren sind Teilnehmer des von der Prof. Dr. Eggers-Stiftung initiierten Lehrgangs der Volkshochschule, der regelmäßig im Bürgerzentrum Villa Rü zusammenkommt.

In dem Kurs können Jugendliche, die wegen psychischer Erkrankungen die Schule abgebrochen haben, ihre Fachoberschulreife erwerben.

Einige der Fotos sind Porträts, andere zeigen Szenen in der Stadt oder am Hauptbahnhof. Manchmal sind nur die Augen einer Person zu sehen oder ein Hut versteckt das Gesicht. Der Künstler Axel Thiemann hat das Fotoprojekt begleitet. Im Laufe der Zeit und der gemeinsamen Arbeit habe er bei den Jugendlichen große Veränderungen beobachten können, berichtet er.

„Anfangs wollten sich viele gar nicht ablichten lassen. Als es später mit der Kamera in die Öffentlichkeit ging, war das für viele eine schwierige Aufgabe.“

„Dennoch haben alle mitgemacht“, sagt Thiemann: „Sie haben sich der Situation und ihren Ängsten gestellt. Viele waren dann erstaunt darüber, dass sie das bewältigen konnten.“ Die Jugendlichen hätten ein neues Selbstbewusstsein gefunden.

Auch die Gemeinschaft im Kurs habe sich weiterentwickelt, wie Teilnehmer Damian Fuchs (20) erzählt „Wir sind als Gruppe zusammengewachsen, das war vorher anders. Viele waren schüchtern und haben sich jetzt durch das Projekt geöffnet.“

Das mag auch an der offenen Atmosphäre im Eggers-Lehrgang liegen. Sophie Motter (20) ist erst seit zwei Wochen dabei und fühlt sich schon wohl: „Man muss sich hier keine Sorgen machen: Wie schaut der mich an, was denkt der jetzt? Die Lehrer sind sehr tolerant.“

Hinter der Kamera zu stehen war für einige der Jugendlichen eine ganz neue Erfahrung.

Für Kevin Stein (19) ist das schon lange ein Hobby, aber auch er hat neue Seiten der Fotografie kennengelernt: „Es ist durch das Projekt anders geworden. Man wird mehr gefordert.“

Rot-Weiss Essen – 3. Mannschaft

Otto Rehagel überreicht dem Perspektiv-Team rund um Trainer Benjamin DeBiasi Freikarten für das Spiel der ersten Mannschaft von Rot-Weiss Essen gegen Werder Bremen.

Rot-Weiss Essen – dies ist nicht nur für Fußballfreunde ein Name mit Tradition, sozusagen ein fußballerischer Mythos, in Essen und im Revier tief verwurzelt.

Die Prof. Dr. Eggers-Stiftung freut sich daher außerordentlich, dass ab der Spielzeit 2013/2014 eine 3. Mannschaft von Rot-Weiss Essen in den regulären Spielbetrieb der Kreisliga gehen wird. Diese dritte Mannschaft besteht aus Spielern unserer Stiftung sowie anderer sozialer Einrichtungen, aber auch sonstigen Personen. Trainiert wird die Mannschaft vom Stiftungsmitarbeiter Herrn Benjamin De Biasi, worüber wir uns ganz besonders freuen. 

Alle Beteiligte sind mit Herzblut dabei, der Mannschaft wünschen wir viel Erfolg, viel Spaß und Freude im Einsatz und einen fairen Wettkampf. Ein herzliches Glück Auf für dieses Team.

Wir bedanken uns bei Rot-Weiss Essen für die großartige Unterstützung und für die Realisierung des Projekts! Besonderer Dank gilt außerdem der Freddy Fischer Stiftung und den Essener Chancen e.V. für die finanzielle und tatkräftige Unterstützung.  

Weitere Infos auf den Webseiten von:
Rot-Weiss Essen
Essener Chancen
Freddy Fischer Stiftung
www.rwe-ist-heimat.ch
www.fupa.net

In der Ausgabe „Viktoria Köln“ des Stadionmagazins „Kurze Fuffzehn“ wird über das neue Perspektiv-Team berichtet. Die Ausgabe kann auf der Webseite des Vereins heruntergeladen werden.

Don Bosco Club Essen-Borbeck

Der Don Bosco Club in Essen-Borbeck engagiert sich seit den 70er Jahren in besonderer Weise für junge Menschen, welche hier von engagierten und auch ehrenamtlichen Mitarbeitern mit zahlreichen Angeboten im Bereich Freizeit, Sport, Kreativität usw. begleitet werden.

Unter Bezugnahme von Rot-Weiss Essen, den Essener Chancen e. V. sowie der Freddy Fischer Stiftung konnten wir eine Kooperation mit dem Don Bosco Club Essen eingehen. Ab sofort können unsere jungen Betreuten einen speziellen Box-Kurs besuchen, um dort sportliche Fitness zu erlangen, v. a. aber auch Selbstbehauptung bzw. Stärkung des Selbstbewusstseins u. ä. zu trainieren. Der Box Club ist hervorragend ausgestattet, das Training findet unter professioneller Leitung statt. Alle Beteiligte sind mit Feuereifer dabei.

Besonderen Dank gebührt neben den Trainern auch der Leitung des Don Bosco Clubs, Frau Susanne Bier sowie Herrn Michael Güther, welche mit großem Engagement das Projekt unterstützen.


Weitere Infos:

Machen Sie sich bitte einen eigenen Eindruck des Clubs unter www.donboscoclub.de.

Reittherapie auf dem Carolinenhof

Die Philosophie des Hofes ist es, Inklusion in unserer Gesellschaft zu leben. Denn körperlich, geistig und seelisch beeinträchtigte Kinder, Jugendliche und Erwachsene bedürfen der besonderen Unterstützung.

Der Carolinenhof ist ein integrativer Reiterhof, der idyllisch inmitten von Feldern und Wald im Süden von Essen liegt. Die Jugendlichen der Prof. Dr. Eggers-Stiftung gehen seit April 2017 regelmäßig in zweiwöchigen Abständen zum Hof. In den jeweils geeigneten Reittherapien werden sie gefördert. Der Carolinenhof ist ein barrierefreier Ort, an dem Menschen miteinander und voneinander lernen können. Sie können Freude an Natur und Tier erleben und vor allem das Lebewesen Pferd kennen und schätzen lernen. Der Hof steht für alle Interessierten offen, die mit Tieren umgehen wollen und offen für den Kontakt mit Menschen sind. Sie werden dort als Individuum mit Stärken und Schwächen gesehen und entsprechend gefördert.

Kindern und Erwachsenen wird auf dem Carolinenhof die Möglichkeit gegeben, den Umgang mit dem Pferd ohne Angst und Leistungsdruck zu erleben.

In den Reittherapien wird den beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen vermittelt, vor allem Vertrauen in sich und ihre Umwelt aufzubauen, soziale Kompetenzen zu erwerben sowie Sinn, Glück und Lebensfreude und somit eine ganzheitliche Förderung der Persönlichkeitsentwicklung zu erleben. Auf dem Pferderücken werden sowohl Gleichgewicht als auch Koordination gefördert und im wertschätzenden Umgang mit dem Lebewesen Pferd Fremd- und Selbstwahrnehmung geschult.

Das Pferd dient in der heilpädagogischen Förderung als Medium zur Förderung, Erziehung und Verhaltensänderung. Dialogfähigkeit und Handlungskompetenz werden als  Voraussetzung für den Aufbau von tragfähigen Beziehungen gefördert. So kann der Kreislauf von Misstrauen, sozialer Isolation und Hemmungen durchbrochen werden.

  • Förderung von Grob- und Feinmotorik
  • Abbau von Aggressivität und/oder Ängsten
  • Förderung von kooperativem Verhalten
  • Lernen ohne Leistungsbewertung

Durch geeignete und strukturierte Lernsituationen werden vor allem Denkprozesse, sprachliches Handeln, der Erwerb von altersentsprechendem Wissen, emotionale und soziale Stabilität sowie Handlungskompetenz gefördert. Dabei gilt es, soziokulturell bedingte Benachteiligungen zu berücksichtigen sowie psychosoziale Verletzungen zu beachten. Auswirkungen von Beeinträchtigungen vor allem in den grundlegenden Bereichen der Lernentwicklung wie Denken, Gedächtnis, sprachliches Handeln, Wahrnehmung, Motorik, Emotionalität und Interaktion werden gemindert und durch Förderung individueller Stärken kompensiert.

Prävention an Schulen

‚Verrückt? Na und! Seelisch fit in der Schule‘

Psychische Erkrankungen beginnen oft im Jugendalter. Umso wichtiger sind deshalb wirkungsvolle Prävention und Gesundheitsförderung. Die Schule ist dafür ein idealer Ort.

„Verrückt? Na und!“ besteht im Kern aus Schultagen zur seelischen Gesundheit und macht psychische Krise in der Schule klassenweise besprechbar. Das bedeutet, Ängste und Vorurteile abzubauen, Zuversicht und Lösungswege zu vermitteln und Wohlbefinden in der Klasse zu fördern, damit alle gut die Schule schaffen. Das Präventionsprogramm von Irrsinnig Menschlich e.V. in Zusammenarbeit mit BARMER und gesundheitsziele.de. eignet sich für Jugendliche und junge Erwachsene ab 14 Jahren. 2017 wurden an über 80 Standorten in Deutschland 848 Schultage durchgeführt.

Die Prof. Dr. Eggers-Stiftung nimmt seit 2015 an dem Programm teil. Unsere Mitarbeiterin Stefanie Schulz besucht im Rahmen von ‚Verrückt? Na und! Seelisch fit in der Schule‘ Regelschulen in Essen. Das Programm sieht vor, dass Tandems aus fachlichen Experten (Psychotherapeut, Sozialarbeiter o. ä.) und persönlichen Experten (Betroffener einer psychischen Erkrankung) klassenweise einladen zum Austausch über die großen und kleinen Fragen zur seelischen Gesundheit.  Das  geschieht spielerisch und anfänglich werden die Rollen im Tandem undefiniert gelassen.

Ein Schultag gliedert sich in drei Teile. „Der erste Teil beinhaltet meine Aufgabe“, erklärt Stefanie Schulz, psychologische Psychotherapeutin im Haus Trialog. „Ich erarbeite gemeinsam mit den Schülern Themen der Prävention psychischer Erkrankungen. Wie gehe ich mit Stress um? Was hilft bei Prüfungsdruck? Welche Auswirkung hat Mobbing für den Betroffenen? Das sind Fragen, die wir besprechen.“

Im zweiten Teil arbeiten die Schüler in kleinen Gruppen zusammen. Inhaltlich geht es um die Themen Glück und Krisen und sich zu helfen wissen. Im dritten Teil werden die Rollen offen gelegt und die Schüler erhalten die Gelegenheit, den persönlichen Experten zu fragen und authentisch zu erfahren, wie sich eine Depression oder Psychose anfühlt und was hilft, um da wieder heraus zu kommen. „Ich moderiere in diesem Kontext und lege gleichsam Möglichkeiten zur Behandlung und Unterstützung offen“, erläutert Stefanie Schulz.

Damit greift „Verrückt? Na und!“ ein hochrelevantes Thema auf, das in Schule, Ausbildung und Beruf kaum Platz hat, Familien oft überfordert, persönliches Leid und immense gesellschaftliche Kosten verursacht. Der Schultag setzt an der Schlüsselstelle und dem Haupthindernis zur Verbesserung der psychischen Gesundheit an: der Beseitigung des Stigmas, was auf psychischen Erkrankungen lastet. Die Kombination aus Information, Aufklärung und Kontakt mit Mitgliedern der stigmatisierten Gruppe erweist sich dabei als vielversprechendste Anti-Stigma-Strategie.


Weitere Infos:

www.irrsinnig-menschlich.de

Fotonachweis: Irrsinnig Menschlich e.V. 

Unsere Bankverbindung

Prof.Dr. Eggers-Stiftung
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN DE69370205000008363200
BIC BFSWDE33XXX

Helfen & spenden

Jede finanzielle Zuwendung hilft uns in unserer täglichen Arbeit. Wir freuen uns deshalb über jede Förderung, mit der wir die von uns betreuten jungen Menschen unterstützen können.

Unsere Stiftung ist als gemeinnützig anerkannt, Ihre Spende ist deshalb steuerlich abzugsfähig. Bis zu einer Spendenhöhe von 200 Euro genügt der Überweisungsträger zur Vorlage beim Finanzamt. Selbstverständlich senden wir Ihnen auch für Beträge unter 200 Euro auf Wunsch eine Zuwendungsbestätigung (Spendenquittung) zu.

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Gerne stehen wir Ihnen für Rückfragen zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Ihr Ansprechpartner ist: Frank Kremer