Stiftung für psychisch kranke Jugendliche und junge Erwachsene in Essen und Düsseldorf

Wulf-Alexander Strauer-Haus

In Düsseldorf stehen unseren Betreuten zwei Häuser zur Verfügung, die die Wulf-Alexander Strauer-Stiftung in der Landeshauptstadt erworben hat und die von der Prof. Dr. Eggers-Stiftung betrieben werden. Im Wohnhaus in der Richardstraße profitieren die Bewohner insbesondere von dem schönen Garten hinter dem Haus, der zum Verweilen und gemeinsamen Gesprächen einlädt.

Unser Partner

Das Wulf-Alexander Strauer-Haus ist eine therapeutische Wohngruppe für junge Menschen mit einer psychotischen Erkrankung. Es wird von der Prof. Dr. Christian Eggers-Stiftung betrieben, dabei kooperieren wir mit der Wulf-Alexander Strauer-Stiftung (Vertreter: Herr Univ.-Prof. Dr. med. Strauer).

Ziele der Maßnahme

Ziel ist, die jungen Patienten nach einer psychotischen Krise wieder zu stabilisieren und sie durch gezielte pädagogische und therapeutische Förderung auf ein selbstbestimmtes bzw. von Autonomie geprägtes Leben hinzuarbeiten und heranzuführen.

Perspektivisch gesehen sind dabei die Ablösung vom Elternhaus, die Vorbereitung auf einen eigenen Hausstand und natürlich auch der schulische und berufliche Werdegang die zentralen Themen.

Gleichzeitig gilt es, die psychotische Erkrankung verstehen zu lernen und mit angemessen Mitteln (z. B. Aufbau von psychischer Widerstandskraft = Resilienz) auf sie zu reagieren, um dadurch Hoffnung und Optimismus, Zufriedenheit, aber auch Lebensqualität und Lebensfreude wieder zu erlangen.

In der Betreuung orientieren wir uns besonders an dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell nach Ciompi, der Psychoedukation nach Hahlweg und der Recovery/Empowerment nach Amering/Schmolke.

Die Betreuung der jungen erkrankten Menschen erfordert ein speziell ausgebildetes und erfahrenes Personal und eine enge Zusammenarbeit mit den Angehörigen.

Die medizinisch-psychiatrische Betreuung der Patienten erfolgt in enger Kooperation mit der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie der Rheinischen Kliniken Düsseldorf, Kliniken der Heinrich-Heine-Universität.

Finanziert werden die laufenden Kosten für die Einrichtung und das Personal über das Leistungsentgelt nach dem SGB VIII oder nach dem SGB XII.

Andreas Bartholome

Mehr erfahren

Anja Beckmann

Mehr erfahren

Christoph Erichsen

Mehr erfahren

Dr. Ismael Halabi Cabezon

Mehr erfahren

Evgeniia Smarra

Mehr erfahren

Florian Felten

Mehr erfahren

Hanna Simonchyk

Mehr erfahren

Jonas Milker

Mehr erfahren

Kerstin Schumacher

Mehr erfahren

Kima Vardanyan

Mehr erfahren

Patrick Korte

Mehr erfahren

Pia Prömper

Mehr erfahren

Pia Schweisthal

Mehr erfahren

Sonja Viersbach

Mehr erfahren

Thomas Paetke

Mehr erfahren

Viktoria Adloff

Mehr erfahren

Tierische Unterstützung

Aramis

Mehr erfahren

Das Haus

Das Wulf-Alexander-Strauer-Haus bietet Raum für insgesamt elf junge Menschen. In der intensiv betreuten Wohngruppe leben acht junge Leute auf insgesamt drei Wohnetagen. Die Bewohner sind in acht Einzelzimmern untergebracht, jeweils vier Einzelzimmer und zwei Bäder liegen auf einer Etage (1. + 2. OG).

In der dritten Etage spielt sich das gemeinsame Leben in einer großzügigen Wohnküche und zwei Wohnzimmern ab, zusätzlich gibt es einen Balkon und zwei weitere Bäder. Im Hinterhaus liegen drei kleine Appartements jeweils mit Wohnschlafzimmer, Küche und Badezimmer. Hier können drei weitere junge Menschen mit geringerem Betreuungsbedarf in größerer Selbstständigkeit leben.

Im Dachgeschoss befindet sich der Musikraum mit etlichen Instrumenten und einem öffentlich zugänglichen Computer mit Internetverbindung. Für die Ergotherapie stehen hier zwei Räume zur Verfügung, eine Werkstatt und ein mit einem Computer ausgestatteten Raum (Arbeitstrainingsmöglichkeit).

Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Büro- bzw. Besprechungsraum. Im Erdgeschoss befinden sich ein Gemeinschaftsraum für Gruppengespräche und Elternseminare, Büros, das Bereitschaftszimmer sowie eine kleine Küche. Hinzu kommen im Kellergeschoss Möglichkeiten für Freizeitgestaltung (Sport) sowie ein Waschkeller mit Waschmaschinen und Trockner.

Leben im Wulf-Alexander Strauer-Haus

In unseren beiden Wohnhäusern in Düsseldorf leben unsere Betreuten in Wohngemeinschaften zusammen. Hier werden sie Schritt für Schritt an ein eigenständiges Leben herangeführt.

Die Wohngruppen

Die Wohngruppe bietet den Bewohner/innen ein sozialtherapeutisches Setting, das gekennzeichnet ist durch:

  • ein Leben in der Gemeinschaft der Gruppe mit Regeln, Grenzen und personaler Begegnung
  • die schrittweise Übernahme von Verantwortung für sich und andere
  • die Möglichkeit zur individuellen Nähe-Distanz-Regulierung und
  • die Annäherung an eine selbständige Alltagsbewältigung

Die Gruppe versorgt sich in Zusammenarbeit zwischen den Pädagogen/innen im Gruppendienst und den Bewohner/innen selbst. Die Abwicklung der gesamten Haushaltsführung, der gemeinsamen und individuellen Aufgaben werden zur Tagesstrukturierung und als Übungsfeld für die notwendige Verselbständigung gesehen und als solche auch im Rahmen der sozialtherapeutischen Strukturpläne und Zielplanungsgespräche immer weiter verfeinert.

Durch die Erweiterung der eigenen Kompetenzen soll es zu einer Stabilisierung und zunehmenden Verselbständigung kommen. Dadurch wird auf ein weitgehend eigenständiges Leben vorbereitet und die notwendige Ablösung von der Herkunftsfamilie ermöglicht. Die Haushaltsführung wird auch als Arbeitstrainingsphase verstanden.

Dem Charakter nach handelt es sich dabei um eine pädagogisch-therapeutisch begleitende Wohnform nach dem Prinzip der Selbstversorgung mit der Möglichkeit, sich in der Polarität zwischen Gruppenleben und individuellem Rückzug bewegen zu können. Psychotherapie, Familientherapie und psychosoziales Lernen werden dabei systemisch integriert.

Partizipation und Mitbestimmung im Alltag werden durch Gesprächsrunden mehrmals wöchentlich sowie durch die Bewohnerversammlung einmal monatlich sichergestellt.

Im Wulf-Alexander Strauer-Haus können drei junge Menschen mit Psychoseerfahrung im Anschluss an die Intensivbetreuung in der Wohngruppe in den „Trainingsappartements“ weiter betreut werden. 

Diese Betreuung in der eigenen Wohnung ist sozialtherapeutisch-pädagogisch ausgerichtet und als vorübergehende Wohnform mit dem Ziel der weiteren Verselbständigung angelegt.

Die Betreuung in den Trainingsappartements soll als weitere Hilfe zur Selbsthilfe und als begleitende Maßnahme zu Ausbildung und Erwerbstätigkeit dienen, des Weiteren eine Integration in einen offenen sozioökonomischen Lebensraum darstellen. Sie soll begleitende Hilfestellung zur Bewältigung von Alltagsproblemen bieten.

Eigenverantwortlicher Umgang mit Zeit und Geld, planendes Denken und selbständiges Handeln sollen in diesem Umfeld weiter eingeübt werden. Gleichzeitig bietet der nahe Kontakt zur Wohngruppe im Wulf-Alexander Strauer-Haus ein Übungsfeld zum gemeinschaftlichen Leben und soll die rücksichtsvolle Achtung des Anderen bei gleichzeitiger Wahrung der eigenen Interessen unterstützen.

Aufteilung der Appartements
Es stehen drei Einzelappartements jeweils mit Wohnschlafzimmer, Küche und Badezimmer zur Verfügung, die Ausstattung der Räumlichkeiten wird von der Stiftung gestellt. Darüber hinaus haben die Appartementbewohner nach Absprache Zugang zu allen Therapie- und Freizeitangeboten des Wulf-Alexander Strauer-Hauses.

Die Betreuung
Die Betreuung im Trainingsappartement bietet durch ihren sozialtherapeutischen Charakter:

  • ein Leben mit Regeln, Grenzen und personaler Begegnung
  • die Übernahme von weiterer Verantwortung für sich und andere
  • die Möglichkeit von Nähe- und Distanzregulierung
  • die Annäherung an eine selbständige Lebensführung

Jeder Jugendliche erarbeitet wöchentlich einen Strukturplan. In diesem werden alle Aktivitäten sowie Vorhaben eingetragen. Dazu können Aufstehen, Essen, Gruppenaktivitäten, geplante Besuche von Freunden, wie auch Medikamenteneinnahme, persönliche Vorhaben etc. gehören.

Zu jeder Aufgabe gibt sowohl der Jugendliche als auch der begleitende Mitarbeiter durch Symbole in einer dafür vorgesehenen Spalte eine kurze Einschätzung ab. Dies erfolgt nicht wertend, sondern reflektierend mit ermunterndem Charakter.

Die Strukturpläne sollen die Möglichkeit für den Jugendlichen verbessern, eine kongruente, realistische Einschätzung der Selbst-/ und Fremdbestimmung zu erlangen. Sie stellen eine wichtige Grundlage für weitere Aktivierungsschritte dar.

Mit Beginn der Maßnahme werden die Bewohner/innen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer Symptomatik bei der Reintegration in ihre schulische Ausbildung, ihre Berufsausbildung oder ihre Arbeit sozialpädagogisch begleitet und unterstützt, sofern nicht zuvor eine intensive Stabilisierung durch den Ergotherapeuten erforderlich ist.

Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Herkunftsschulen, der Alfred-Adler-Schule (Schule für Kranke in Düsseldorf), der Joseph-Beuys-Gesamtschule sowie den regional verfügbaren Ausbildungs- und Arbeitsstätten wird angestrebt, eine adäquate und ressourcenorientierte Ausbildungsform zu entwickeln, die den speziellen Bedürfnissen und Möglichkeiten der psychisch kranken Jugendlichen entsprecht.

Insbesondere für die Entwicklung einer beruflichen Perspektive ist eine enge Vernetzung mit der örtlichen Jugendberufshilfe und der Agentur für Arbeit vorhanden.

Die soziotherapeutische Begleitung  bei den nach außen gerichteten Aktivitäten wie Schulbesuch, Ausbildungsplatzsuche bzw. gemeinsame Gespräche an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen wird durch die Pädagogen oder den Ergotherapeuten im Gruppendienst je nach Absprachen lt. Hilfeplan sichergestellt.

Psychotisch kranke Jugendliche leiden häufig unter Kommunikations- und Kontaktproblemen, die zu sozialem Rückzug führen. Die aktive Organisation von Gruppenveranstaltungen innerhalb der Wohngruppe und die Kooperation mit Freizeitstätten sollen dem entgegenwirken.

In Gruppenangeboten (z. B. Sport, Backen, Gesellschaftsspiele spielen, kreativ sein, Oper, Theater, Kino, Zoo, Ferienfreizeiten usw.) können sich die Bewohner wieder erproben, den sinnvollen Umgang mit freier Zeit einzuüben, Beziehungsfähigkeit und kulturelle Interessen zu entwickeln.

In der näheren Umgebung des Wulf-Alexander Strauer-Hauses liegen der Volksgarten und auch der Rhein mit seinen Wiesen und Stränden, welche zu gemeinsamen Aktivitäten an der frischen Luft einladen, wie zum Beispiel Radfahren, Ballspiele oder einfach ein Picknick.

Darüber hinaus steht die LTU-Arena für Fußball- und Musikveranstaltungen und die Eissporthalle der Düsseldorfer EG für Eishockey- und Eislaufevents zur Verfügung.

Eine Stunde in der Woche kommt ein Musikpädagoge ins Haus, der mit vorhandenen Instrumenten zum Üben musikalischer Fähigkeiten anregt. Die Angebote dienen der Beschäftigung, dem Finden von Hobbys, der Gruppendynamik sowie der Ressourcenaktivierung.

Im Mai 2012 entstand eine neue UNaRT Gruppe im frisch ausgebauten und renovierten Dachboden des Wulf-Alexander Strauer-Hauses: eine Handvoll Jugendlicher nahm den Raum in Beschlag, zunächst nur auf dem Boden sitzend, mit Farben und Zeichenmaterialien um eine große Papierfläche, auf der ein großes Bild entstand.

Später kamen Zeichenmaterialien und Sprühfarben dazu, Gipsbinden und Kartons, zwei Regale wurden gebaut, eine Malwand folgte …

Das erinnert an die Anfänge des Projekts, als 1984 KunststudentInnen der Düsseldorfer Akademie zusammen mit Ärzten und Mitarbeitern der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Rheinischen Universitätsklinik und jungen Patienten der Klinik ein Experiment mit offenem Ausgang begannen: gemeinsam und gleichberechtigt Kunst zu machen, nicht die Symptome, sondern die Probleme der Umsetzung einer Idee in den Mittelpunkt zu stellen.

Beim Kunstprojekt UNaRT wird abweichendes Verhalten als kreatives Potential verstanden und als Infragestellung etablierter Werte und Normen begriffen. Die UNaRT-Arbeit will neue Prozesse der Auseinandersetzung miteinander anstoßen.

Das Atelier
Das eigene Atelier hat im UNaRT-Konzept eine besondere Bedeutung: es soll möglichst räumlich getrennt von der Klinik/ Institution sein, um den Wechsel von einem Ort zum anderen mit Neubeginn zu verbinden.

Das Atelier als Ort zwischen Kunst und Nichtkunst, zwischen Selbst und Objekt, zwischen Krankheit und Gesundheit, zwischen „artig“ und „unartig“. Im konkreten Fall ist das Atelier auch ein Rückzugsort für die Jugendlichen, wo die Betreuer höchstens kurz zu Besuch kommen und in dem sie ihre Arbeiten vertrauensvoll hinterlassen.

Die Künstler
Die Künstler kommen von außen und sind nicht in Praxis und Rituale des pädagogisch-therapeutischen Konzepts des WASH eingebunden. Ihre gesellschaftliche Rolle ist, wie die der psychiatrieerfahrenen Jugendlichen, marginal, aber im Gegensatz zu ihnen nicht stigmatisiert, sondern mystisch aufgeladen und gesellschaftlich sanktioniert.

Die Atelierarbeit
Gerade für Jugendliche, die auf der Suche nach Identifikationsbildern sind, kann der Kontakt mit „echten“ Künstlern deshalb faszinierend sein. Auf der Suche nach einem möglichen Platz in der Gesellschaft können die Jugendlichen hier im Atelier, wo sie ihre Verrücktheit als kreatives Potential erleben, eine Identitätsanleihe machen und sich vorstellen, dass sie aus ihrem Ist-Zustand heraus Künstler werden könnten.

Hier liegt eine ungeheure Ich-Stärkung vor, die, verbunden mit Entspannung und Selbstakzeptanz, eine heilende Wirkung hat.

In diesem Sinne ist die Atelierarbeit therapeutisch effektiv, gerade weil nichttherapeutisch gearbeitet wird, man könnte von einer therapeutischen Intervention im Sinne Watzlawicks sprechen: „… und sind in der Tat arm, wenn wir nicht verrückt sind … ( frei nach Winnicott)“

UNaRT e. V. ist ein gemeinnütziger Verein.

Unsere Bankverbindung

Prof.Dr. Eggers-Stiftung
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN DE69370205000008363200
BIC BFSWDE33XXX

Helfen & spenden

Jede finanzielle Zuwendung hilft uns in unserer täglichen Arbeit. Wir freuen uns deshalb über jede Förderung, mit der wir die von uns betreuten jungen Menschen unterstützen können.

Unsere Stiftung ist als gemeinnützig anerkannt, Ihre Spende ist deshalb steuerlich abzugsfähig. Bis zu einer Spendenhöhe von 200 Euro genügt der Überweisungsträger zur Vorlage beim Finanzamt. Selbstverständlich senden wir Ihnen auch für Beträge unter 200 Euro auf Wunsch eine Zuwendungsbestätigung (Spendenquittung) zu.

Bei einer Spende bitte den vollständigen Namen und die Adresse (auch gerne im Überweisungsformular) angeben, damit wir eine Spendenquittung zusenden können. Natürlich freuen wir uns auch über Dauer-, Firmen- oder Projekt-Förderspenden. Sprechen Sie uns hierzu einfach an.

Gerne stehen wir Ihnen für Rückfragen zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Ihr Ansprechpartner ist: Frank Kremer